amazonah

Während sie den Traum von einer Karriere als Cartoonistin begraben hat, träumt er noch immer vom Durchbruch als Autor. Im richtigen Leben leitet Anna mit Ende vierzig als Chefgynäkologin ein Kinderwunschzentrum, Minimalist Ben jobbt mit Mitte dreißig als Taxifahrer und Teilzeitreporter. Nach einer Pressekonferenz schlägt Amor zu, sie kommen sich näher und planen eine gemeinsame Graphic Novel. Zeitgleich breitet sich eine Pandemie vom Amazonas über die Welt aus und bringt zehn Prozent der Erkrankten jeden Alters den Tod. Auch manche Überlebende tragen mit HeLiPa eine ungeahnte Zeitbombe im Kopf. 

Was für die Menschen zur Katastrophe wird, gibt Gesundheitsminister Arian Preuss die willkommene Chance, sich als Kandidat der echten Liberalen im Wahlkampf zu profilieren, unterstützt von seiner Frau Mechthild Petri, Staatssekretärin und Medizinerin mit eigenen Ambitionen.

Mechthild zieht ihre Gynäkologin Anna mit hinein in den politischen Strudel. Doch dieses Engagement droht, Annas Glück mit Ben zu zerstören …

Ypsilons Rache

Freundschaftlich geschieden, zwei erwachsene Töchter, Erfolg im Beruf und bei Frauen – keine schlechte Bilanz, wäre da nicht das Gefühl, im falschen Körper zu stecken. „Transtendenzen“ nennt Kris seine Transsexualität, die er nur sporadisch und im Verborgenen auslebt. Mit Mitte Fünfzig beginnt der Pathologie-Professor ein Sabbatjahr, um endlich seine Identität zu finden und sich zu entscheiden, wie weit er Innen und Außen zum Einklang bringen will.

Doch seine männliche Biologie bremst ihn brutal aus, als ihn bei einer Routineuntersuchung eine niederschmetternde Diagnose überrascht: Prostatakrebs. Zwischen Coming-Out und Therapiewahl hin-und hergerissen, bricht Kris zu einer Reise auf, um Klarheit in sein Seelenchaos zu bringen.

Der Road-Trip beschert Kris überraschende und gegensätzliche Erfahrungen: den perplexen Bruder, einen überraschend feindseligen Studienfreund, Unterstützung seiner Transidentität durch ein Escort-Girl, das zur Freundin wird. Vor allem die Begegnung mit Chloé, die früher Leopold hieß, wirbelt seinen Kosmos durcheinander. Sie schenkt ihm als Mentorin, in die er sich obsessiv verliebt, eine Perspektive der Hoffnung, bis ein einschneidendes Ereignis erneut alles ändert.

Ypsilons Rache ist ein Plädoyer für Diversität und macht in der turbulenten Innenschau eines transidenten Menschen deutlich, dass das Selbst nicht primär von den Chromosomen bestimmt wird.

Lou Bihl

Die Autorin wurde 1951 in Freiburg geboren, Sie ist Ärztin und Verfasserin zahlreicher wissenschaftlicher Artikel und Buchbeiträge.

Die langjährige Betreuung von Tumorpatienten verschaffte ihr Einsicht in die Besonderheiten und Fallstricke der interdisziplinären Krebsbehandlung, vor allem aber in die Komplexität der menschlichen Psyche.

Seit dem Rückzug aus dem Berufsleben widmet sie sich dem literarischen Schreiben.